Bei Streitigkeiten, Versicherungsfällen, Gerichtsverfahren oder anderen rechtlichen Angelegenheiten kann es wichtig sein, Textnachrichten zu dokumentieren oder auszudrucken, um zu belegen, dass sie zu einem bestimmten Zeitpunkt gesendet, empfangen oder gelesen wurden. Beweise aus Textnachrichten können in Verfahren entscheidend sein und werden oft im Rahmen der Beweiserhebung angefordert. Ebenso nützlich sind sie bei geschäftlichen oder vertraglichen Streitigkeiten zwischen Unternehmen oder zwischen Verbrauchern und Online-Händlern.
Was ist beim Ausdrucken von Textnachrichten wichtig?
Die Anforderungen an die Zulässigkeit unterscheiden sich weltweit. In Massachusetts reicht es zum Beispiel nicht aus, dass bei Textnachrichten ein Name angezeigt wird, um ihre Echtheit zu belegen. Dazu braucht es „bestätigende Umstände“, die es „einem vernünftigen Tatsachenfeststeller erlauben, zu dem Schluss zu kommen, dass diese Beweise das sind, wofür ihr Vorbringer sie ausgibt ... und dass ... weder ein Sachverständigengutachten noch ein exklusiver Zugang erforderlich ist, um die Quelle zu authentifizieren“. Deshalb ist es wichtig, es richtig zu machen.
Wenn du Nachrichten sinnvoll als Beweismittel vorlegen willst, brauchst du in der Regel Folgendes:
- Eine klare Aufzeichnung von Uhrzeiten und Daten in einem eindeutigen Format, mit Angaben dazu, in welcher Zeitzone die Nachrichten lagen und ob die Sommerzeit einige oder alle Zeitstempel beeinflusst
- Datum und Uhrzeit von Empfang und Lesen, sofern verfügbar (viele Nachrichtensysteme speichern diese Daten allerdings nicht, siehe unten)
- Korrekte Darstellung von Anhängen und Sonderzeichen wie Emoji, Zeichnungen, Standorten und Memoji
- Klare Angaben zu Absender und/oder Empfängern der Nachricht, nicht nur ein Alias
- Eine manipulationssichere Darstellung, die sich nur schwer verändern oder fälschen lässt
Möglicherweise brauchst du Rechtsberatung
Dieser Artikel und die darin beschriebenen Techniken gelten für alle, die an einer Streitigkeit oder deren Schlichtung beteiligt sind, ob als Verbraucher im Streit mit einem Unternehmen, als jemand, der sich als Opfer einer Straftat sieht, als Anwalt oder Justizangehöriger oder sogar als Mediator.
Wir sind keine Juristen, sondern stellen nur das weltweit beste Werkzeug zum Auslesen von Daten von iPhones und iPads her, und wir können keine Rechtsberatung geben. Je nachdem, in welchem Teil der Welt du dich befindest, vor welchem Forum du die Ausdrucke verwenden willst und möglicherweise sogar vor welchem Richter oder Schlichter, können die Zulässigkeitsstandards unterschiedlich sein. Hole dir Rat, wo es angebracht ist.
So belegst du, dass eine Nachricht gelesen oder empfangen wurde
Der Nachweis, dass eine Nachricht empfangen wurde, kann je nach Nachrichtensystem schwierig sein. SMS-Systeme wurden nicht dafür entwickelt, effektiv nachzuverfolgen, ob eine Nachricht zugestellt wurde, und die „Lesebestätigung“ funktioniert nur, wenn Absender und Empfänger vorher zugestimmt haben.
Einige Netze bieten eigene Zustellberichte an. In Großbritannien können Nutzer bei den meisten Netzen zum Beispiel die Zustellung von Textnachrichten bestätigen lassen, wenn sie *0# an den Anfang der Nachricht setzen. Das hilft natürlich nicht, wenn du die Nachricht schon gesendet hast, und es sagt dir nur, ob das Netz die Nachricht zugestellt hat, was nicht dasselbe ist, wie dass das Mobiltelefon des Empfängers sie erfolgreich empfangen hat. (Bei dieser Methode erhält der Absender von seinem Netz eine Textnachricht, die die Zustellung seiner Nachricht bestätigt.)
Wegen dieser Schwächen des SMS-Netzes haben sowohl Apple als auch Google eigene Erweiterungen für die Nachverfolgung von Zustellung und Versand entwickelt. Auch Apps von Drittanbietern, die Nachrichten verarbeiten, etwa WhatsApp und Facebook Messenger, haben eigene Nachverfolgungsmechanismen entwickelt, die wir uns weiter unten ansehen.
Die meisten Systeme durchlaufen beim Versenden von Nachrichten mehrere klar getrennte Schritte. Es lohnt sich, genauer zu betrachten, welche Informationen dabei wo erfasst werden. Der Kürze halber fassen wir einige dieser Schritte in der folgenden Übersicht zusammen:
- Der Absender tippt auf „Senden“
- Das Gerät des Absenders übergibt die Nachricht erfolgreich an sein Netz
- Das Netz des Absenders leitet sie erfolgreich an das Gerät des Empfängers weiter
- Das Gerät des Empfängers speichert die Nachricht erfolgreich und benachrichtigt den Empfänger
- Der Empfänger liest die Nachricht
Wenn du Zugriff auf die Daten des Empfängers hast, etwa als Strafverfolgungsbeamter, der per Durchsuchungsbeschluss ein Gerät sichergestellt hat, kannst du mit den folgenden Tipps herausfinden, ob eine Nachricht gelesen wurde. Wenn du dagegen nur Zugriff auf die Daten des Absenders hast, gilt Folgendes:
| System | Sendedaten | Vom Netz zugestellt | Vom Empfänger gelesen |
|---|---|---|---|
| SMS | Ja | Nein | Nur wenn der Absender vorher Bestätigungen angefordert hat, der Empfänger sie aktiviert hat und die Bestätigungsnachricht aufbewahrt wurde |
| iMessage | Ja | Nein | Wenn der Empfänger Lesebestätigungen für iMessage aktiviert hat |
| RCS / joyn über Android Messages | Ja | Ja | Wenn vom Empfänger aktiviert |
Möglichkeiten, den Nachrichtenverlauf eines Telefons zu sichern
Sehen wir uns die besten Wege an, Textnachrichten als Nachweis zu sichern.
Screenshots vom Telefon verwenden
Am einfachsten machst du einen Screenshot oder ein Foto deines Geräts, auf dem die Nachrichten zu sehen sind. Das geht ganz leicht: Auf einem iPhone hältst du die Home-Taste gedrückt und tippst auf die Seitentaste, bei einem iPhone ohne Home-Taste hältst du die Lauter-Taste gedrückt und tippst auf die Seitentaste. Den Screenshot kannst du dann ausdrucken oder per E-Mail versenden.
Screenshots eignen sich nicht als belastbares Beweismittel. Sie haben viele Nachteile:
- Sie lassen sich leicht fälschen. Ein Screenshot ist nur ein Bild: Jeder kann ein Bild zeichnen und Text darauf setzen.
- Es können viele Screenshots nötig sein, um einen vollständigen Nachrichtenverlauf zu zeigen, und es ist unklar, ob zwischen den Screenshots Lücken bestehen.
- Nachrichten-Apps zeigen keine ausdrücklichen Angaben zu Zeitzone oder Sommerzeit (DST) an.
- Nachrichten-Apps verschleiern häufig Daten. Dein Telefon zeigt vielleicht „Gestern“ als Sendezeitpunkt an. Das hilft nicht, wenn du die Nachricht ausdruckst und sie jemandem eine Woche später zeigst.
- Nachrichten-Apps fassen Nachrichten häufig zusammen. Wenn du mehrere iMessages kurz hintereinander sendest, zeigt dir dein iPhone nur an, wann die erste gesendet wurde.
Genaue Nachrichtenzeiten in der iOS-App „Nachrichten“ anzeigen
Wenn du auf dem Nachrichtenbildschirm eines iPhone nach rechts wischst und gedrückt hältst, siehst du die Nachrichtenzeiten. Das ist praktisch, reicht aber nicht aus, weil die Zeit nur im 12-Stunden-Format und ohne Datum angezeigt wird.
Als Beispiel hier ein Screenshot eines einfachen Nachrichtenverlaufs von einem iPhone:

Ein druckbarer Screenshot von Nachrichten unter iOS
Du siehst, dass „Claudia“ auf eine Nachricht geantwortet hat. Aber von welcher Nummer aus? Und wann? Wurde die Nachricht um 00:50 Uhr am Samstag gesendet oder um 12:50 Uhr? Gilt die Sommerzeit, eine lokale Zeitzone oder UTC? Keine dieser Fragen beantwortet der Screenshot, er wirft nur weitere Fragen auf.
Nachrichten direkt mit einem Telefon oder einer Nachrichten-App drucken
Abgesehen davon, dass es nicht zuverlässig ist, ist es überraschend schwierig, Nachrichten direkt von den meisten Telefonen aus zu drucken. Ein iPhone kann das zum Beispiel nicht. Wenn du dein iPhone über dein iCloud-Konto mit deinem Mac koppelst und die Nachrichten synchronisieren lässt, kannst du deinen SMS- und iMessage-Verlauf in der App „Nachrichten“ auf dem Mac sehen. Wie du „Nachrichten“ verwendest, erklärt dir Apple hier direkt.
Daten aus der App „Nachrichten“ zu sichern ist weniger wirksam als ein Screenshot von einem iPhone oder iPad: Es hat dieselben Nachteile wie Screenshots, und noch mehr.
Hier ist derselbe Nachrichtenverlauf wie oben, diesmal in der App „Nachrichten“ auf einem Mac:

Ein druckbarer Screenshot von Nachrichten unter macOS
Dieser Bericht zeigt viele der gleichen Probleme. 00:50 Uhr oder 12:50 Uhr? Welche Zeitzone? Wann hat Claudia geantwortet?
Unterschiedliche Nachrichtentypen werden nicht gekennzeichnet. Dein Telefon zeigt den Unterschied zwischen SMS, MMS und iMessage zum Beispiel durch verschiedene Farben an, die App „Nachrichten“ zeigt dagegen alle in Grau und nimmt nicht immer jede SMS einer Textunterhaltung auf.
Beim Drucken von Daten aus „Nachrichten“ entsteht ein weiteres Problem: Das Datum wird als „29/12/2018“ angezeigt. Stünde dort „5/12/2018“, ließe sich nicht erkennen, ob es das europäische Format (5. Dezember) oder das US-Format (12. Mai) ist. Die meisten US-Nutzer würden annehmen, die Nachricht sei sieben Monate älter, als sie tatsächlich ist. Ein eindeutiges Format wäre „2018-12-29“.
Es gibt noch ein weiteres, offensichtlicheres Problem. Neben meiner gesendeten Nachricht steht ein rotes Ausrufezeichen und „Nicht zugestellt“. Das stimmt offensichtlich nicht, schließlich hat Claudia geantwortet. Aber das sagen uns die Daten aus „Nachrichten“. Das ist völlig falsch, wäre als Beweismittel äußerst irreführend und deutet auf die eigentliche Wahrheit hin, die keine der beiden Methoden gezeigt hat: Ich habe zwei Nachrichten gesendet, von denen die erste nicht gesendet werden konnte und die zweite funktioniert hat. Das zu wissen, wirft weitere Fragen auf.
Textnachrichten vom Mobilfunkanbieter drucken
Einige Mobilfunknetze bieten Online-Tools an, mit denen sich Nachrichtenverläufe aus Sicht des Netzes ansehen lassen, doch diese sind bestenfalls unvollständig. Verizon bietet für US-Kunden den Dienst „View Texts Messages“ an, der aber nur wenige Daten enthält und weder Anhänge, Rich Media, Löschstatus noch Lesezeitpunkt umfasst. Außerdem hat er dieselben Fallstricke bei fehlenden und mehrdeutigen Daten.

Der Dienst „View Text Messages“ von Verizon
Das Problem dieser Systeme ist, dass ihnen die Daten schlicht fehlen. Sie befördern SMS-Nachrichten und haben deshalb grundlegende Daten dazu, wissen aber nichts über iMessages, RCS-Nachrichten (die moderne Android-Geräte verwenden) und kennen keine geräteseitigen Daten wie Lesezeiten oder die Unterstützung von Anhängen oder eingebetteten Daten. Diese Netzdienste haben oft Probleme mit Unicode-Zeichen, wenn nicht englische Sprachen verwendet werden.
Das heißt nicht, dass diese Daten nutzlos sind: Sie sind ein weiterer Beleg dafür, dass ein vollständiger, ausgedruckter Nachweis aus einer anderen Quelle korrekt ist, und Strafverfolgungsbehörden lassen sie sich zu diesem Zweck meist per Beschluss von den Anbietern herausgeben.
Mit iPhone Backup Extractor einen genauen forensischen Bericht über Textnachrichten erstellen
Im Jahr 2008 hatte ich die Daten meines Telefons verloren und musste sie zurückbekommen. Das führte dazu, dass ich iPhone Backup Extractor entwickelt habe, den Goldstandard für die Wiederherstellung von iPhone-Daten.
Apples iTunes-Software ist für alle Nutzer kostenlos und lässt sich verwenden, um schnell ein forensisch einwandfreies Archiv des iPhone-Inhalts zu erstellen. iPhone Backup Extractor kann dann mit einem einzigen Klick einen vollständig korrekten Bericht über Nachrichtenverläufe von einem iPhone oder iPod erzeugen. Außerdem unterstützt es eine breite Palette weiterer Nachrichten-Apps wie WhatsApp, kann gelöschte Nachrichten besser wiederherstellen als spezialisierte Forensik-Tools und bietet eine kostenlose Version, mit der sich Berichte aus Unterhaltungen mit höchstens vier Nachrichten erzeugen lassen.
iPhone Backup Extractor wird weltweit in Gerichtsverfahren und Streitigkeiten eingesetzt. Das FBI? Staatsanwaltschaften? Cybercrime-Zentren und Eliteeinheiten zur Korruptionsbekämpfung? Sie alle haben unsere Software lizenziert, und für unsere Technologie wurden wir sogar von der Queen von England ausgezeichnet.
Mit iPhone Backup Extractor ist es einfach, deinen Textnachrichtenverlauf in einem portablen, druckbaren Format zu sichern. Lade das Programm herunter und starte es. Öffne das Fenster „Einstellungen“ und stelle sicher, dass „Forensik-Modus“ aktiviert ist. Du siehst eine Zusammenfassung der Anzahl der Nachrichten in jeder deiner Nachrichten-Apps. Wenn du dann auf das Symbol der Nachrichten-App klickst, erzeugt iPhone Backup Extractor ein PDF deiner Nachrichtenverläufe, einschließlich gelöschter Nachrichten, in einem klaren, unwiderlegbaren Format.
Außerdem hilft dir unser Support-Team nach Kräften durch den Vorgang und schaltet sich sogar per Bildschirmfreigabe dazu, um dich anzuleiten, falls du nicht weiterkommst.
Vergleich der Methoden zum Drucken von Textnachrichten
Hier ist eine praktische Vergleichstabelle unserer Ansätze zum Drucken von Textnachrichten:
| Anforderung | Screenshot vom Telefon | App „Nachrichten“ | Netz | iPhone Backup Extractor |
|---|---|---|---|---|
| Eindeutige Zeitangaben | ❌ | ❌ | ✅ | ✅ |
| Empfangs- und Lesezeiten | ❌ | ❌ | ❌ | Falls verfügbar |
| Anhänge, Sonderzeichen und nicht englische Inhalte | ✅ | ✅ | ❌ | ✅ |
| Klare Angaben zu Absender und Empfänger | ❌ | ❌ | ✅ | ✅ |
| Manipulationssicheres Format | ❌ | ❌ | Bei Beschluss | ✅ |
| Nachrichten von Drittanbietern (WhatsApp usw.) | ✅ | ❌ | ❌ | ✅ |
| Portables, druckbares PDF-Format | ❌ | ❌ | ❌ | ✅ |
Wir können Rechtsfachleuten auch Erklärungen zum Verfahren der Wiederherstellung und Darstellung der Daten liefern und eine Aufzeichnung von Nachrichten unabhängig verifizieren, und das haben wir schon oft getan.
Was ist mit „Nachrichten in iCloud“, hilft das?
Nein. Aus forensischer Sicht ist es sogar hinderlich. Erstens entfernt „Nachrichten in iCloud“ ältere Nachrichten von deinem Gerät, sodass du mehrere Dienste prüfen musst, um deinen Nachrichtenverlauf zu analysieren. Außerdem bleiben deine früheren Nachrichten nicht erhalten: Sie werden mit der Zeit archiviert und in einen anderen Dienst verschoben.
Idealerweise kannst du alle deine Nachrichten vom Gerät selbst wiederherstellen und nicht aus einem Cloud-Dienst, ohne die Nachrichten erst wieder auf dein Telefon herunterladen zu müssen.
„Nachrichten in iCloud“ bringt eine weitere Komplikation mit sich: Größere Nachrichtenanhänge können von deinem Gerät archiviert und in der Cloud gespeichert werden.
Mehr über das Drucken von Textnachrichten und die Rechtslage
Wie schon betont: Reincubate ist keine Anwaltskanzlei, und wir können keine Rechtsberatung geben. Dafür brauchst du einen Anwalt. Es gibt aber einige Ressourcen im Netz, die hilfreich sein können, um dir etwas Hintergrundwissen zu verschaffen und die richtigen Fragen zu stellen.
Bei einem Streit sollten sich beide Parteien bewusst sein, dass das Löschen eines Telefons oder von Textnachrichten vor einer Gerichtsverhandlung in den USA zu einer Anklage wegen eines Verbrechens führen kann und im Vereinigten Königreich ähnliche Probleme verursachen kann.
- „Can a text message conversation be used as evidence in a court of law“ – Quora, von mehreren US-Anwälten
- „Beware of fake text message evidence“ – Dallas Divorce Law Blog, von O’Neil Wysocki Family Law
- „How to prove who sent a text message“ – Anwaltsverzeichnis Avvo, von einem Prozessanwalt aus Massachusetts
Wenn du nicht weiterkommst oder Hilfe beim Extrahieren und Drucken deiner Textnachrichten brauchst, wende dich an unser Support-Team. Wir helfen dir gern.
