BCM Call Logger ermöglicht es Unternehmen, Details zu ihren eingehenden und ausgehenden Anrufen einzusehen, indem er die Protokolldateien verarbeitet, die von Nortel- oder Avaya-BCM-PABX-Systemen erzeugt werden.
Dieser Beitrag ist eine einfache Anleitung, wie du Protokolldateien der Gesprächsdatenerfassung aus einem Nortel-BCM-System extrahierst. Unsere Anleitung setzt voraus, dass du entweder einen FTP-Server einrichten kannst (für die Option CDR Push) oder Zugriff auf einen Rechner hast, auf dem sich unsere kostenlose Anwendung CdrPuller.exe regelmäßig ausführen lässt (für die Option CDR Pull).
Das Erste und Wichtigste vorweg: Die Anleitung unterscheidet sich je nach Firmware-Version deiner BCM. Ältere BCM-Modelle (insbesondere die Systeme BCM200 und BCM400) liefen ursprünglich mit Windows NT Embedded. Ab Firmware-Version 4 wechselte Nortel bei seinen Geräten jedoch zu einer Linux-basierten Firmware. Alle neueren BCM-Modelle (wie die BCM50 oder BCM450) werden standardmäßig mit der Linux-basierten Firmware Version 4 (oder höher) ausgeliefert. Ältere Modelle haben je nachdem, wann das System zuletzt repariert oder gewartet wurde, entweder die NT-basierte Firmware (Version 3 oder älter) oder die neuere Linux-basierte Firmware (ab Version 4).
Wenn du nicht sicher bist, welche Firmware-Version du hast, hilft dir ein Blick darauf, mit welchem Tool du deine BCM konfigurierst. Wenn du das browserbasierte Konfigurationsprogramm Configuration Manager verwendest, hast du wahrscheinlich Firmware 3 oder älter. Wenn du deine BCM mit der Software Element Manager konfigurierst, hast du Firmware Version 4 oder neuer.
Wenn du Firmware vor Version 4 hast (einige ältere BCM200/400-Systeme laufen möglicherweise noch mit Firmware vor Version 4)
Mit dem Configuration Manager kannst du CDR Pull oder CDR Push einrichten. Bei CDR Pull muss regelmäßig ein kleines Client-Programm laufen, das die Protokolldateien von der BCM „abholt“ und in einem angegebenen Ordner speichert. Bei CDR Push weist du die BCM an, Protokolldateien in einem festgelegten Rhythmus an einen FTP-Server zu „senden“.
Öffne für beide Optionen den Configuration Manager, erweitere die Option Services und dann Call Detail Recording.
Stelle im Bereich Report Params das Format auf Norstar und den Typ auf All (am besten) oder CLID (zweitbeste Wahl). Wenn dort derzeit RealTime oder Standard eingestellt ist, kannst du möglicherweise nur historische Protokolldaten für eingehende Anrufe abrufen. Wenn du auf All umstellst, werden ab sofort sowohl eingehende als auch ausgehende Anrufe protokolliert.
Stelle im Bereich Data File Transfer den Übertragungstyp entweder auf „Pull“ (für CDR Pull) oder auf „Push-Daily“ (für CDR Push). Wenn du „Push-Daily“ verwendest, musst du außerdem die Daten deines FTP-Servers eintragen. Anschließend klickst du oben auf das Menü Configuration und wählst „Transfer Immediately“, um alle vorhandenen Protokolldaten per FTP an den FTP-Server zu übertragen.
Alternativ kannst du bei einigen älteren BCMs über eine versteckte Webseite auf die einzelnen Protokolldateien zugreifen. Angenommen, deine BCM hat die IP-Adresse 1.2.3.4, dann kannst du in deinem Webbrowser http://1.2.3.4/download.html aufrufen. Melde dich an (wenn deine übliche Anmeldung nicht funktioniert, versuche es mit dem Benutzernamen ee_admin und dem Passwort PlsChgMe!, was bei vielen BCM-Systemen ein Standard zu sein scheint). Etwa auf halber Höhe der Seite findest du einen Abschnitt namens Call Detail Recording Files. Die Dateien, die du brauchst, heißen Record.yyyymmddhhmmss und lassen sich direkt von dieser Seite öffnen oder herunterladen. Die Dateien, die mit Record.ccr.yyyymmdd oder Record.mbx.yyyymmdd beginnen, brauchst du nicht. Von hier aus kannst du auch auf andere Protokolldateien des BCM-Systems zugreifen.
Wenn du Firmware 4 oder neuer hast (alle BCM50- und BCM450-Modelle haben Firmware 4 oder neuer, ebenso aktualisierte BCM200/400-Systeme)
Der Ablauf ähnelt dem bei älterer Firmware, aber du konfigurierst die Angaben für CDR Push oder CDR Pull im Element Manager. Melde dich beim Element Manager an und erweitere dann Configuration, danach Telephony und schließlich Call Detail Recording. Stelle sicher, dass Folgendes eingestellt ist:
Report Format - Norstar Report Type - Norstar All (beste Option) oder Norstar CLID (zweitbeste Wahl)
Klicke dann auf den Tab Data File Transfer. Auf diesem Bildschirm konfigurierst du die eigentlichen Übertragungsoptionen (wähle entweder „Pull“ für CDR Pull oder „Push - Daily“ für CDR Push). Wie oben musst du auch hier, wenn du „Push - Daily“ wählst, die Daten deines FTP-Servers eintragen. Ich würde empfehlen, die Option Compress Files before Transfer nicht zu aktivieren, damit du keine Protokolldateien manuell entpacken musst.
Wenn du alles eingerichtet hast und „Push - Daily“ verwendest, kannst du auf die Schaltfläche „Push Now“ klicken, um die Übertragung vorhandener Protokolldateien an den FTP-Server zu starten. Sobald die Protokolldateien auf dem FTP-Server liegen, kannst du sie mit BCM Call Logger verarbeiten.
Für die Firmware Version 4 habe ich keine entsprechende versteckte Webseite zum Herunterladen der Protokolle gefunden. Wenn du eine kennst, lass es uns wissen.
Protokolldateien von einer BCM abholen
Unabhängig von der Firmware-Version der BCM brauchst du, wenn du dich für CDR Pull entschieden hast, eine kleine Software, die das regelmäßige Abholen der Protokolldateien übernimmt. BCM-Systeme werden mit einer kostenlosen Nortel-Software namens CdrPull ausgeliefert, die jedoch nicht besonders einfach zu bedienen ist und sich nicht automatisieren lässt.
Wir haben ein kostenloses Dienstprogramm entwickelt, das CDR-Pull-Technologie nutzt, um BCM-Protokolldateien abzuholen, und das sich einfach in einer Batchdatei oder einer geplanten Aufgabe automatisieren lässt. Du kannst es entweder zusammen mit BCM Call Logger (um die resultierenden Protokolldateien zu verarbeiten) oder mit deiner eigenen Software zur Anrufanalyse verwenden.
Das Dienstprogramm ist Teil der Installation von BCM Call Logger, oder du kannst eine eigenständige ZIP-Datei herunterladen, die die Anwendung enthält.
Hilfe zur Ausführung des Programms erhältst du, wenn du CdrPuller.exe /? an einer Eingabeaufforderung eingibst oder die Datei readme.txt im eigenständigen ZIP-Download ansiehst. Kurz gesagt, wird das Dienstprogramm so ausgeführt:
CdrPuller.exe [ip] [username] [password] [folder]
[ip] ist die IP-Adresse oder der Hostname des BCM-Systems, [username] und [password] sind die Anmeldedaten für die BCM (wenn du dir nicht sicher bist, versuche es mit download für Benutzername und Passwort), und [folder] ist der Pfad zu einem Ordner, in dem die resultierenden Protokolldateien gespeichert werden sollen.